BIM Dein Projekt

Pascal Völz 

Eine Dokumentation von Jacquelin Pape

Der digitale Zwilling

Ein BIM-Modell bildet als sogenannter „digitaler Zwilling“ während und nach der Planungsphase das Gebäude digital ab. Dabei besteht es nicht nur aus geometrischen Gebäudedaten, sondern auch aus alphanumerischen Daten, wie Bauteilinformationen. Diese sind z. B. über die Schnittstelle IFC (Industry Foundation Classes) einheitlich codiert. Plattform-übergreifend können so Informationen festgelegt und ausgetauscht werden.

Im Workshop wurde den Teilnehmern Grundlagen zum BIM basierten Modellierung in Vectorworks vermittelt, um anschließend - aufbauend auf dem Modul BA401 - ein BIM-Modell aufzusetzen. Dazu erhielten die Studierende einen Einblick in die Arbeitsweise mit Bauteilen, Geschossen und Datenbankstrukturen. Die optische Komponente des Gebäude-modells rückt in den Hintergrund. Vordergründig ging es darum, ein BIM-Gebäudemodell aufzusetzen, welches neben einer korrekten technischen Ausführung im Maßstab 1:50, auch nähere Bauteilinformationen besitzt. In einem BIM-Projekt werden Fachplaner-Modelle von Architekt:innen, Tragwerks-planer:innen und Haustechniker:innen in einem Koordinations-modell zusammengeschlossen und können so über Algorithmen geprüft werden um beispielsweise Kollisionen zwischen Leitungen und Gebäudeteilen automatisch zu ermitteln.

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Anhand eines einfachen Attikaaufbaus wurde der Umgang mit dem Programm demonstriert.

Vom Modell zur IFC-Datei

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Lina Schmidt erklärt, welche Bauteile sie mit Brandschutzdaten versehen hat. Dazu zählen F90-Wände sowie Rettungswege.
Pietro Gueli zeigt, welchen Bauteilen Neubau- und Abrissdaten zugewiesen wurden.  

Der Workshop startete mit einer kurzen Einführung, in der das Modul und das Programm vorgestellt wurden. Im Anschluss folgte die Aufsetzung des Projekts mit Geschossen, mehrschaligen Wänden, Böden und Decken, Türen und Fenstern, Treppen sowie Symbolen, die jeweils in Anbindung an die Referenzhöhen zu betrachten sind. Wichtig dabei das Arbeiten mit Bauteil- und Materialstrukturen, um nicht den Überblick zu verlieren.

 

Nun konnte die eigenständige Arbeitsphase beginnen, in der die Workshop-Teilnehmer ein eigenes Modell mit Wänden, -Boden und -Decken, -Fenstern und Türen erstellen sollten. Basis hierfür war ein bereits erstellter Entwurf aus vergangenen Semestern im Grundlagenmodul CAAD.

 

Anschließend folgte das Thema „Datenbanken und Datenmanager“, d. h. Datenbanken anlegen und Daten veranschaulichen, indem sie nicht nur im Grundriss und im 3D-Modell visualisiert, sondern auch in Tabellenform veranschaulicht wurden. In der zweiten Arbeitsphase galt es für die Teilnehmer das Modell mit Brandschutz-, Tragwerks-, Tür- und Fensterdaten zu versehen und ein Datenset anzulegen.

Die dritte und letzte Arbeitsphase bestand darin, dieses Datenset der Datenbank in eine IFC-Datenbank umzuwandeln und diese entsprechend zu exportieren. Die IFC-Datei, die im Datenaustausch ähnlich wie eine PDF-Datei fungiert, dient dem Bauamt zur ganzheitlichen Einsicht des Bauvorhabens. So können beispielsweise mögliche Kollisionen geprüft werden.